Montag, 25. Juli 2011

Neue Bibliothek für Bauhaus Dessau

Ehemalige Kaufhalle am Bauhaus wird Bibliothek


Das Gebäude direkt neben dem Bauhaus Dessau, welches lange Jahre leerstand und immer unansehnlicher wurde, hat eine wechselvolle Geschichte. Als HO-Kaufhalle zu DDR-Zeiten in den Jahren 1961/62 erbaut, wurde es in den Siebziger Jahren als Tanzcafé genutzt. Zuletzt war es nur noch ein großer Schandfleck direkt neben der UNESCO-Welterbestätte Bauhaus. An dieser Stelle wird demnächst eine neue Bibliothek am Bauhaus eröffnet. Sie soll die Bestände der Stiftung Bauhaus Dessau und der Hochschule Anhalt (FH) aufnehmen. 
 
 
Im letzten Jahr begann der Rückbau bzw. Umbau des fast abbruchreifen Gebäudes sowie eines angeschlossenen Neubaus. Die Inbetriebnahme steht unmittelbar bevor und soll voraussichtlich ab dem Sommersemester 2011 erfolgen. Besonderer Wert wurde beim Bau auf eine optimale Energienutzung sowie -gewinnung gelegt. Das Gebäude erhielt eine höchst effiziente Dämmung. Das Dach des Werkstatt- und Lesebereiches soll mit hocheffektiven Solarzellen ausgestattet werden.

Montag, 11. Juli 2011

Jüngster Sohn von Bauhaus-Meister Lyonel Feininger gestorben

Der Fotograf und Maler Theodore Lux Feininger ist tot. Als einer der letzten Bauhäusler, der die Bauhaus-Meister Wassily Kandinsky, Georg Muche, Laszlo Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer, Paul Klee und den Architekten und Gründer des Bauhauses Walter Gropius noch persönlich kannte, starb Feininger am 7. Juli 2011 im Alter von 101 Jahren in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Theodore Lux Feininger wurde 1910 als jüngster Sohn von Lyonel Charles Adrian Feininger (1871-1956) geboren. 
 
Meisterhaus Feininger in Dessau
Lyonel Feininger war ein bedeutender Maler und Grafiker und von Beginn an eng mit dem Bauhaus verbunden. Er folgte 1919 dem Ruf von Bauhaus-Gründer Walter Gropius nach Weimar ans Staatliche Bauhaus. Dort wurde er erster Bauhaus-Meister. 1926 zog er mit dem Bauhaus nach Dessau um und war nur noch als Maler und Grafiker tätig. Von der Lehrtätigkeit hatte er sich entbinden lassen, blieb aber untrennbar mit dem Bauhaus verbunden. Auch seine Söhne studierten am Bauhaus.
 
Nachdem 1932 das Bauhaus aufgrund der politischen Lage in Deutschland geschlossen wurde, wanderte die Familie Feininger nach Amerika aus. Dort machte sich der jüngste Sohn als Fotograf und Maler einen Namen. Theodore Lux Feininger war außerdem bis zu seiner Pensionierung in den 1970er Jahren als Lehrer in New York, Harvard und Boston tätig und widmete sich danach ausschließlich der Malerei. Am 11.06.2010 feierte Theodore Lux Feininger in Cambridge seinen 100. Geburtstag.
 
Bild Esszimmer im Feininger-Meisterhaus Dessau
In der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, welche zur Stiftung Moritzburg Halle/Saale gehört, kann man noch bis zum 28. August die Ausstellung "Welten-Segler - T. Lux Feininger zum 100. Geburstag - Werke 1929-1942" besichtigen. 

Mittwoch, 6. Juli 2011

Bauhaus Dessau und Melt! Festival Ferropolis

Bauhaus meets Melt!

Vom 15. bis 17. Juli 2011 findet die 14. Ausgabe des Melt! Festivals in Ferropolis, der Stadt aus Eisen, in 06773 Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt, statt. Über 120 Acts werden auftreten, und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm wird geboten. Wegen dieses Großereignisses bleibt das Gelände vom 14. bis 19.07.2011 für Tagesbesucher geschlossen. Das Ticket für das dreitägige Melt Festival in Ferropolis kostet 104 € (inkl. campen und parken). Seit Anfang Juni ist das Melt! Festival ausverkauft!



Im Rahmen des Melt Festivals finden auch im Bauhaus Dessau am Samstag und Sonntag, den 16. und 17.07.2011, Vorträge, Führungen und Workshops statt. Der Eintritt ist kostenlos. Besucher der Melt-Veranstaltungen können die Bauhaus-Ausstellung zum ermäßigten Preis von 4 € besuchen. Bus-Shuttles zwischen dem Festivalgelände Ferropolis und dem Bauhaus Dessau sind eingerichtet. Diese fahren am 16. und 17.07. um 12.30 Uhr und 14.00 Uhr von Ferropolis zum Bauhaus Dessau. Rückfahrt ist jeweils um 17.00 Uhr und um 18.30 Uhr.


Die Verbindung zwischen Bauhaus und Ferropolis mit dem Melt Festival besteht seit den Neunziger Jahren. Von 1964 bis 1991 wurde hier Rohbraunkohle gefördert. Hauptabnehmer waren die Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode in der Region um Dessau, Wittenberg und Bitterfeld. Vor 20 Jahren wurde der Abbau von Braunkohle im Tagebau Gräfenhainichen eingestellt. Die riesigen Abraumbagger sollen verschrottet werden. Das Tagebau-Restloch wird ab 2000 bis 2009 mit Hilfe von Grundwasser und Wasser aus der Mulde geflutet, welches über eine kilometerlange Rohrleitung zum Tagebau transportiert wird. So entsteht der Gremminger See um Ferropolis.

Das Bauhaus Dessau entwickelte die Idee und das Konzept zu "Ferropolis - Stadt aus Eisen" im Rahmen des Werkstattprojektes "Industrielles Gartenreich". 1995 wird Ferropolis Expo 2000-Projekt. Seitdem finden hier zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen, Konzerte und Events wie das Melt! Festival statt. Seit 2005 ist Ferropolis Teil der "Europäischen Route des Industriellen Erbes", ein Zusammenschluss von wichtigen Bauten sowie Standorten des industriellen Erbes in ganz Europa. Sogar heiraten kann man in der Stadt aus Eisen. Das Trauzimmer befindet in der Schaltwarte des ehemaligen Tagebaus.